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Monday, 12 March 2012

Kopflos

Etwa 200m von meiner Wohnungstür ist ein Kanal. An dessen Brücke sich ein Bekannter einer Freundin aufhing und aus dem man letzte Woche einen weiblichen, kopflosen Torso gefischt hatte. Da zur gleichen Zeit eine ehemalige Seifenopernschauspielerin verschwand, zählten viele bereits eins und eins zusammen, und sollten Recht behalten. Angeblich wurde ihr Bruder in Gewahrsam genommen.
Wo das ganze sich ereignete, weiß man nocht nicht, aber der Fundort liegt an der Strecke, an der ich immer lang laufe.

Irgendwo werden jetzt Leute sitzen, und denken, dass das alles schrecklich ist, aber einem selbst, gottseidank, sowas ja nie passiert.

Das hat das Opfer bestimmt auch mal gedacht. Macht richtig mulmig.

Saturday, 15 January 2011

Geschichten so schaurig, die schreibt nur das Leben VI

Teil 1
Teil 2
Teil 3

Ich würde es euch nicht verdenken, wenn ihr euch nun fragt 1. Warum ich das alles erzähle (na ich hoffe doch dass es zumindest nicht langweilig ist.), 2. Warum ich das jetzt erst erzähle und 3. Warum ich das alles so ausführlich tue, dass ich ganze 6 Posts dafür brauche.

Zumindest bei der letzten Frage hoffe ich, dass es nicht noch mehr werden. Denn ehrlich: Mir reicht es mit der ganzen Sache. Die ganze Geschichte hab ich deshalb so im Detail aufgeführt, weil ich, und hier kommen wir endlich zur Auflösung des Ganzen, heute eine Entdeckung gemacht habe, die dem ganzen, ich will jetzt nicht sagen "Sahnehäubchen", aber die dem Ganzen nochmal einen Extra Wumms gibt.

Halten wir uns vor Augen: Das ganze Drama fing etwa vor 3 Jahren an und hat seinen bis Dato letzten Ausläufer vor einem Jahr gezeigt.
man könnte meinen, die Sache wäre ein für allemal durch, und dann, ja dann stolpert man über einen Facebook Eintrag.
FB nutze ich deshalb, weil es für mich die einfachste Art ist, mit Freunden aus überall in Kontakt zu bleiben. Da ich aber nur Leute in meiner Liste habe, die ich auch wirklich kenne, ist die Anzahl überschaubar. Die Hexe ist zwar auch auf der Liste, ich hab sie aber versteckt, sodass ich nicht mit ihrem Müll genervt werde, sie aber nicht mitbekommt dass ich sie im Prinzip verbannt habe.
Man weiß ja nie, wann man sich wieder trifft, und böses Blut gibt es eh schon genug.
ihre nervende Freundin ist auch in der Liste, die hab ich aber nicht geblockt. Die ignoriere ich einfach so. Oder zumindest war das so, denn seit einiger Zeit zeigt mir mein FB Feed auch Dinge an, die sich Leute posten, die beide auf meiner Freundesliste sind, ohne dass sie an mich gerichtet wären. Normalerweise interessiert mich das einen Dreck, heute aber (es ist der 10/01/2011 und ich schreibe einen Eintrag nach dem anderen) bin ich stutzig geworden:
Nervensäge schreibt Hexe an. Nur hat Hexe plötzlich nicht mehr ihren Nachnamen, sondern den von Freddy Krueger. Nun ist es ja manchmal so, dass Leute Facebook verheiratet sind (total lustig, lach ich voll drüber. NICHT). Weil ich aber neugierig bin (und gerade von einem Essay über Thomas Mann prokrastiniere), hab ich da mal nachgeforscht. Und Tatsache! Freddy Krueger hat die Hexe geheiratet! Mit Standesamt und allem Drumm und Dran.

Und als ich mich so durch das Fotoalbum zum Event klicke, wer sitzt da im Hintergrund? (Und deshalb erzähl ich den ganzen Schmuh hier überhaupt?)
Der hier.

Und wisst ihr was? Auf einmal komm ich mir gar nicht mehr so dumm vor.


-ENDE-

(zumindest vorläufig)


(zumindest von dieser Geschichte. Aber wie ich mein Leben kenne, dauert es bis zum nächsten Abenteuer nicht mehr lang.)

Friday, 14 January 2011

Geschichten so schaurig, die schreibt nur das Leben V

Teil 1
Teil 2
Teil 3

Man sollte meinen, in einer Stadt mit knapp 8 Millionen Einwohnern könnte man sich aus dem Weg gehen wenn man das wollte. Weit gefehlt, denn je mehr man das versucht, desto wahrscheinlicher ist es, immer wieder auf die Personen zu stoßen, die man eigentlich vermeiden will.
So ist mir auch bis heute ein Rätsel wie es sein kann, dass ich ausgerechnet im abgelegensten Studenten - Café auf die beste Freundin der Hexe gestoßen bin. Ich meine es gibt alleine in dieser Stadt mehr Unis als die Bundesrepublik Bundesländer hat und die Alte muss ausgerechnet auf meine gehen. Und obwohl die einen anderen Stundenplan hat, und am anderen Ende des Campus studiert, läuft sie mir ausgerechnet in meiner Mittagspause, der Einzigen die ich in der Woche habe (generöser Stundenplan erlaubte es mir immer nach 2 Stunden Vorlesung nach Hause zu gehen, außer eben Mittwochs, und diese Begegnung war an einem Mittwoch.), und setzt sich ungefragt mir gegenüber. Ob ich gesehen hätte? Die Hexe habe bald einen Gig mit ihrer Band in der Nähe. Ja hab ich gesehen. Ob ich gehen würde. Nein. Warum nicht. Keine Lust. Aber ich wär bei sowas doch immer. Aber nicht diesmal. Aber... und da ist mir der Kragen geplatzt. Sei es, weil die Alte mich genervt hat, sei es weil die Vorstellung,dass es Leute gibt die das was das Schwein macht gut finden, sei es um der Hexe eins rein zu würgen, aber ich hab der Ollen erzählt, mit was für Leuten die Hexe so verkehrt. Das hatte gesessen.

Paar Tage später bin ich mit Freunden bei einem Konzert. Werde von der Seite angehauen und es ist die da noch nicht Ex von Freddy. Was mir einfallen würde die Geschichte überall rum zu erzählen.
Liebelein, hab ich gesagt, solange du meinst Terry's Namen in den Dreck zu ziehen, behalte ich es mir vor die ganze Geschichte zu erzählen, und zwar wem und wann ich es möchte. Vor allem dann wenn mir jemand so penetrant auf die primären Geschlechtsteile geht.

Da schaute sie dann blöd. Ich hab sie mir mal geschnappt und ihr gesagt dass sie sich von dem Penner trennen soll, denn der hat sie ja bekanntermaßen nicht alle. Das würden ihr alle sagen, aber das sei ja nicht so einfach.

Wie dumm kann man nur sein? Aber manche Menschen müssen immer wieder auf die Schnauze fallen.
Ich hatte ihr noch den Rat gegeben, sie solle die Hexe im Auge behalten, da wäre was im Busch.
Ich solle mir keine Sorgen machen (als ob!) sie sei sich dessen bewusst und hätte ein Auge drauf.

Wochen später bekamen Terry und ich dann anomyme Anrufe, deren Urheber entweder auflegte wenn man abnahm, oder uns beschimpfte und dann auflegte. Der Anrufer klang verdächtig nach dem Bruder der bis dato noch nicht Ex, und so hab ich mir überlegt, wie man das am besten wieder in den Griff bekommt. Da nicht nur Freddy sich Terry nicht nähern darf, sondern jeder, der in irgendeiner Weise darin verwickelt ist, hab ich einen Plan ausgeheckt. Und der sollte schneller in Kraft treten als gedacht. Dass sowohl die Hexe als auch deren Freundin Tratschweiber sind, wusste ich ja bereits aus erster Hand. Ich musste also nur warten bis ich eine von beiden früher oder später traf um das ganze los zu treten. Glücklicherweise dauerte das auch nicht lange, denn schon bald traf man sich auf irgendeinem Damenklo. Gespielt freundlich und mit gekreutzten Fingern hinterm Rücken erklärte Jede, wie froh man doch sei sich endlich zu sehen. Wie es denn so ginge wollte ich (nicht) wissen. Ganz gut und wie es denn selbst so sei. Ja, fing ich an, an und für sich ganz gut, wenn da nicht diese furchtbaren Anrufe seien. Terry und ich bekämen ständig Drohanrufe, aber zum Glück hätte die Polizei aufgrund der Vorfälle eine Fangschaltung gelegt (was nicht stimmte ^^, aber das kann die dumme Gans ja nicht wissen.) Nach dem nächsten Anruf wüssten wir bestimmt wer dahinter steckt.

Überflüssig zu erwähnen, dass nie wieder angerufen wurde.


Als ich die bis dato noch nicht Ex das nächste Mal sah, war ich in der Bar und hab eine Samstagsschicht gearbeitet. Und sie kam mit ihrem Neuen. Da hatte sie also zumindest einmal Hirn bewiesen.

Aber auch hier gilt: Wenn es das doch nur schon gewesen wäre!

Thursday, 13 January 2011

Geschichten so schaurig, die schreibt nur das Leben IV

Teil 1
Teil 2
Teil 3


Wir hatten also ein Urteil, und sind davon ausgegangen, die Sache hätte sich erledigt. Aber weil das Leben Groschenromane schreibt, die so schlecht sind wie Weihnachtsspecials von "Unter Uns", wäre es zu einfach hier schon aufzuhören.

Wir spulen mal etwas vor, und zwar ins Jahr 2009. Oktober 2009 um genau zu sein. Damals waren Herr D. (der Arsch) und ich gerade frisch zusammen. Was wiederum der Hexe gar nicht in den Kram passte, warum auch immer. Wochenlang intrigierte sie um mich und D. auseinander zu bekommen, säte Zwietracht wo sie nur konnte. Eines Tages hatte D. einen Gig in einem Club, und auch die Hexe und ihr damaliger Freund, der arme Wicht kamen. Sie kamen aber nicht allein, nein, denn ausgerechnet Freddy Krueger hatten sie im Schlepptau. Man erklärte mir, die Hexe und Freddy spielten in einer Band zusammen. Nachdem ich die beiden miteinander nach draußen verschwinden sah, war mir aber klar, dass die noch an was anderem spielten als an ihren Instrumenten. Ihr Freund hatte keinen Schimmer, und dass ich damit allerdings Recht behalten sollte, erfuhr ich erst viel viel später.

Und wieder wäre es viel zu einfach, würde die Geschichte hier einfach aufhören. Wo käme man denn da auch hin? Darum geht's weiter im nächsten Teil.

(Ich hoffe ihr versteht jetzt warum ich das alles zerstückel und nicht in einem bringe. Sowas geht ja auf keine Kuhhaut.)

Wednesday, 12 January 2011

Geschichten so schaurig, die schreibt nur das Leben III

 Teil 1
Teil 2

Irgendwann dann vor ungefähr zwei Jahren, kam ein Anruf, Freddy hatte sich gestellt und alles gestanden. Ein Verfahren wurde eröffnet, und Terry's Aussage aufgenommen. Im Verlauf dessen wurden auch die Krankenakten bekannt, und wir erfuhren wieviel Glück sie gehabt hatte. Ist manchmal nur eine Frage von Millimetern, die entscheiden was da eigentlich verhandelt wird. In diesem Fall ging es gottseidank "nur" um versuchten Mord (erfüllt den Tatbestand der niederen Beweggründe). Seine Ex rief daraufhin Terry an, sie solle gefälligst FÜR ihn aussagen. Soviel Dreistigkeit muss man sich erst mal vorstellen! Das hat sie natürlich nicht getan. So wie sie auch nicht der Verhandlung beigewohnt hat. Erfahren hat sie nur, dass der Typ auf Bewährung raus ist, mit einer Strafe von 2 Jahren. Das aber auch nur, weil er sich kooperativ gezeigt hat. Außerdem darf er sich ihr nicht auf mehr als 200 Metern nähern.

Jetzt könnte man natürlich meinen, die Sache wäre gegessen und würde zumindest für den Sonntagabendfilm im ZDF reichen, aber das wäre ja bei weitem nicht so absurd wie die Realität.
Und warum das so ist, erzähl ich euch im nächsten Eintrag.

(Und während ich das alles schreibe, wünsche ich mir, ich würde mir das alles nur ausdenken.)

Monday, 26 July 2010

Es war einmal vor langer Zeit, oder eine Abhandlung über Gentrifizierung

In einer Stadt, dank moderner Transportwege, nicht ganz so weit weg, begab es sich, dass vor langer langer Zeit ein schmutziger Stadtteil im Osten besondere Aufmerksamkeit erlangte.Von den Menschen, die sich auf Grund der exorbitanten Mieten andere, weniger schmutzige Stadtteile nicht leisten konnten, machten einige wenige auf sich aufmerksam indem sie etwas taten was viele Menschen ohne Geld tun ( so heißt es zumindest immer, und Erfahrung zeigt es ist häufig wahr), nur taten sie dies erfolgreich: Kunst. Wie in solchen Kreisen üblich, suchte man sich Orte an denen man sich mit gleichgesinnten treffen konnte ohne geschröpft zu werden. Die ersten Künstler Bars und Cafés entstanden und andere aus anderen stinkenden Stadtteilen wurden magisch angezogen, da sie Gleichgesinnte vermuteten. Schon bald entstand das was man so gerne eine Szene nennt, und mit ihr kamen all jene Paradiesvögel die sie als solche erst wirklich interessant und schätzenswert machen (siehe Foto).
 by Tom Medwell
Es kam wie es kommen musste: Schon bald wurde darüber berichtet, kamen Leute die zwar viel Geld aber wenig eigenen Antrieb haben um sich in der Kreativität anderer zu sonnen. Das Problem war allerdings, dass sie meinten sie müssten den ach so begehrenswerten Lebensstil nicht nur kurzfristig adaptieren, sondern für sich beanspruchen, und so zogen sie in den wirklich schlimm riechenden Stadtteil, obwohl es ihnen in den sauberen Orten (die aber langweilig waren), in denen sie bisher lebten, gut ging. Das sorgte nicht nur dafür, dass die Vermieter, die bisher ihre Rattenlöcher kaum mit finanzkräftigen Mietern füllen konnten, ihre Forderungen nun ins Wahnsinnige treiben konnten, denn wie gesagt: die neue Schicht hatte mehr Geld als Verstand. Und eines ging ja nun wirklich gar nicht: wie kann man denn in einer Bar voller "cooler" Leute Bier in Dosen verkaufen? Und das für 2.50? Das zieht doch nur arme Menschen an! Und mit denen will man sich ja wohl nicht umgeben, wo käme man denn da hin?
Schon bald machten versiffte Teppiche Edlen Parkettböden platz, weichten die Bierdosen einer Weinkarte und blieben die, die diese Lokale erst interessant gemacht hatten fort, weil sie es sich schlicht nicht mehr erlauben konnten. Das Rattenloch, indem sie zuvor für 250 im Monat gehaust hatten, ging nun nicht für unter 600 weg. Unrenoviert und mit dem gleichen Uringestank versteht sich, schließlich muss es ja authentisch sein. Banker und Makler freuten sich in einer kreativen Ecke zu wohnen, mit all ihrem Geld konnten sie jetzt eine Zeit lang so tun als gehörten sie dazu, zu den Kids die nicht nur die neuesten Trends hatten, sondern diese häufig aus der Not heraus erfanden. Schließlich ist es einfacher und billiger eine zerrissene Strumpfhose zu Mode zu erklären, als sich jeden Tag eine neue zu kaufen.
Motte in Orange
Unsere Freunde übersahen aber, dass die Kids schon lange abgewandert waren. Statt dessen kamen die Motten in orange, die sich von Geld magisch angezogen fühlen. Das gab dem ganzen den Rest, denn damit sich die Motte wie in ihrem natürlichen Habitat fühlt, braucht es vor allem drei Dinge: 1. Mann mit Geld und Bedürfnissen aber wenig Anspruch (also viele) 2. klebrige Drinks die nicht nach Alkohol schmecken aber viel davon enthalten (also Cocktails) und 3. schlechte Musik die zu besonders obszönem Arsch- und Brustgewackel einlädt.
Damit war der Wandel vollzogen, ein weiterer Ort Opfer des urbanen Pilzes der sich Schimmel gleich durch die Städte zieht.
Man zieht weiter in der Gewissheit dass das neue nach Urin stinkende Rattenloch auch bald außerhalb des Budgets liegt, was einen bitteren Geschmack hinterlässt je mehr man darüber nachdenkt. Mittlerweile liegt der Mietpreis in Rattenloch - Mottingen weit über dem der angesehensten Stadtteile, die aber immer noch unerschwinglich sind, schließlich ist deren Mietpreis nicht runter gegangen.
Und in mein Zimmer passt nicht mal ein Schreibtisch. Wollte ich auch nur mal gesagt haben.
Leute in Berlin sollten sich das ganz besonders gut durchlesen, wenn stimmt was ich ich gehört hab, dann dauert es nicht lange bis viele ein ähnliches Schicksal ereilt.