Monday, 1 August 2011

Wunder

Der gestrige Tag war dann das komplette Gegenteil des Horrorspektakels zuvor. Morgens fand ich heraus, dass der ewige Kronprinz beschlossen hatte, seinen Garten für die Öffentlichkeit zu öffnen, eine Bar sollte es auch geben. Perfekt!
Ich also Vattern hin geschleppt, damit er sich Pflanzen beschauen, und ich mich mit Pimms zuschütten konnte.
War super! Die hatten da eine Austellung über Pflanzenanbau, und er hat sogar ein Salatpflänzchen geschenkt bekommen. Hihi.
Goodiebags mit Fächer, Bonbons und Fotos gab's auch, und da der Eintritt gratis war, fand ich das alles echt klasse. Nur mein Herr Vater meinte, wieder ein Haar in der Suppe suchen zu müssen.
"Also der hätte ja auch ruhig mal rauskommen können zum Smalltalk halten!" Mit "der" meinte er den Thronfolger. Aber gut. Von da aus sind wir dann weiter ins Wellington Museum, was ich jetzt eher so mittelprächtig fand, aber wo ich eine Nachricht von Steve McQueen bekam, er sei im Zug, er sei rechtzeitig fertig geworden und käme nun doch. Also auf nach Hause, geduscht und los.

Es ist immer etwas seltsam, wenn der Vater den neuen Freund kennen lernt. Erst recht wenn dieser nicht die gleiche Sprache spricht, aber ich glaube die zwei haben sich gut verstanden.
Toll fand mein Vater das Restaurant, in dem statt der Bedienung man selbst die Bestellung aufgibt, indem man den auf den Tisch projizierten Touchscreen bedient. Man kann sogar so das Tischdekor wechseln.
Und da mein dad ein Spielkind erster Güte ist, kam das super an.
Danach waren wir einen Absacker in unserer Lieblingsbar trinken.

Jetzt wissen einige von euch vielleicht noch, dass mir vor nicht allzu langer Zeit Telefon und Portemonnaie aus der Tasche auf meinem Schoß geklaut wurden.
Ich durfte mir dafür eine Standpauke vor dem Herrn von meinem Vater anhören, dem sowas natürlich NIEMALS passieren würde.

So war es dann auch nur Glück, dass niemand seine Kamera, die verlassen auf dem Tresen lag, mitnahm, oder den Inhalt seiner Jacke, die ebenfalls unbeobachtet auf einem Stuhl lag, während er an der Jukebox rumspielte. Trotz leichtem Protest, war er aber am Ende doch ganz froh (glaube ich) als wir ihm ein Taxi rangewunken haben, statt ihn in den Bus zurück zum Hotel zu setzten.

Mal sehen, was er heute so anstellt!

6 comments:

  1. Das mit der Speisekarte habe ich schonmal irgendwo gelesen, soll toll sein.

    Alles in allem hört es sich gut an, es gibt langweiligere Arten einen Sonntag zu verbringen. ;-))

    ReplyDelete
  2. @Vanilla: das Restaurant ist sogar sehr gut.
    Würde sich die Qualität nicht mit der Technik Spielerei decken, es wäre schnell abgenutzt.
    So aber ist es ein lohnendes Erlebnis. Nicht billig, aber angemessen, was Erlebnis, Service und vor allem Qualität angeht.

    (die machen übrigens auch sehr gute Cocktails)

    ReplyDelete
  3. @Björn: Die Verwandschaft kann man sich leider nicht aussuchen. Aus seiner Familie ist mein Dad der einzige, mit dem ich noch Kontak habe, und auch das hätte alles anders laufen können.

    ReplyDelete
  4. Ja, ich bin oft halt traurig, das ich nie einen Vater gehabt habe, der lieb zu mir ist, mich unterstützt, fordert usw. wenn ich heute Familien sehe, ...komisches Gefühl. wenn du magst, dann lese das hier mal:
    http://rostkopp.blogspot.com/2011/08/eine-ara.html

    da musste ich fast heulen.

    ReplyDelete
  5. So war das bei mir auch nie. Als ich ganz klein war, hat sich mein Dad um mich gekümmert. Später in der Pubertät hab ich manchmal Monate nichts von ihm gehört. Der Kontakt ist erst dann wieder besser geworden, als ich von zuhause weggezogen bin. Aber über persöniche Dinge reden wir trotzdem nie.

    ReplyDelete